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Kirchspiel Lohn
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Die Idee, eine Gedächtniskapelle zu bauen und somit die Erinnerung an die abgebaggerten Ortschaften des ehemaligen Kirchspiels Lohn wachzuhalten, geht auf Josef Dickmeis und Peter Lentzen zurück. Sie trafen sich zu Beginn der 80er Jahre im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit bei Rheinbraun an der Stelle, wo einstmals die Ortschaft Lohn stand und wo jetzt Bagger und Radlader damit beschäftigt waren, die letzten Zeichen der Besiedlung zu beseitigen. Sie überlegten damals schon, daß man nach der bergbaulichen Nutzung und nach der Rekultivierung der alten Ortslage eine Erinnerungsstätte schaffen müßte. Der Gedanke wurde dann im Jahr 1991 beim Frühschoppen der Herbstkirmes von diesen Männern wieder aufgegriffen, und es fanden sich schnell einige, die sich für dieses Vorhaben begeistern ließen. Man verabredete sich für den nachfolgenden Dienstag in der Gaststätte Alt-Lohn, um die am Vortag in bierseliger Laune gemachten Überlegungen noch einmal genau durchzusprechen. Der Anstoß zur Gründung des Fördervereins war also gemacht.

Die wichtigsten Daten des Wirkens und Tuns des Fördervereins sind im folgenden in chronologischer Reihenfolge aufgeführt

Am Dienstag, dem 3.9.1991, trafen sich in der Gaststätte Alt-Lohn die Herren August Braun, Josef Dickmeis, Peter Dickmeis, Heinrich Flecken, Franz-Josef Gatzen, Peter Kaldenbach, Albert Kockerols, Peter Lentzen, Heinrich Schmitz, Matthias Schmitz, Hans-Josef Sewelies, Willi Sommer und Bernhard Weinberg, um über die Gründung eines Vereins nachzudenken, dessen Ziel und Zweck es sein sollte, eine Gedächtniskapelle für die abgebaggerten Ortschaften des Kirchspiels Lohn Lohn, Erberich, Pützlohn, Fronhoven, Langendorf und das Rittergut Hausen zu errichten.

Am 17.10.1991 begann um 19.30 Uhr in der Gaststätte Alt-Lohn die Gründungs-versammlung. Dabei wurde der Förderverein Gedächtniskapelle Kirchspiel Lohn e.V. von 50 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. Neben dem Vorsitzenden Josef Dickmeis gehörten dem neugewählten Vorstand Willi Sommer (1.Schatzmeister), Matthias Schmitz (1.Geschäftsführer), Bernhard Weinberg (2.Vorsitzender), August Braun (2.Schatzmeister), Matthias Sevenich (2.Geschäftsführer) sowie die drei Beisitzer Peter Kaldenbach, Peter Lentzen und Theo Schmitz an. Der Vorstand erhielt die Aufgabe, den Verein alsbald in das Vereinsregister der Stadt Eschweiler eintragen zu lassen und die Gemeinnützigkeit anzustreben.

Januar 1992 - erste Kontaktaufnahme mit dem Generalvikariat Aachen, nachdem der damalige Pfarrer Meurer ein Gespräch mit dem Vereinsvorstand ablehnte.

5.3.1992 - erstes Gespräch zwischen Kirchenvorstand und Förderverein im Pfarrhaus Neu-Lohn.

14.4.1992 - Vorstellung des Vereins beim damaligen Bürgermeister der Stadt Eschweiler Günter Wagner, der die Unterstützung der Stadt Eschweiler bei der Realisierung des Vorhabens zusagte.

24.5.1992 - erster Familienwandertag aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Wandergruppe Frisch-Auf. Die Wanderung führte über die rekultivierten Flächen der Tagebaue Zukunft und Inden.

24.9.1992 - der Kirchenvorstand beschließt auf seiner Sitzung, dem Förderverein zum Bau der Kapelle ein Feldgrundstück von 30 m x 40 m zu überlassen.

4.3.1993 - Vorstellung bei Rheinbraundirektor Werner Rickes mit der Bitte um Unterstützung des geplanten Kapellenbaus. Hiernach am 16.6.93 schriftliche Zusage durch Rheinbraun, Sachleistungen wie Erstellung der Bauzeichnung, Erdarbeiten, Erstellung der Türen, Fenster und Gitter zu übernehmen.

25.4.1993 - erste Frühjahrswanderung als Narzissenwanderung um Kalterherberg.

11.5.1993 - Vorstellung des Vereins beim Amt für Agrarordnung in Aachen.

22.6.1993 - Aufstellung eines Hinweisschildes zur Kapelle mit einer Bankgruppe in der Feldflur ca. 1 km östlich von Neu-Lohn auf dem Weg zur zukünftigen Kapelle.

23.10.1993 - erste Rotweinwanderung entlang der Ahr. Die Rotweinwanderung und die Frühjahrswanderung wurden bis heute beibehalten und sind Teil der jährlichen Aktivitäten des Vereins.

18.5.1994 - Aufstellung von drei Gedenksteinen für die abgebaggerten Ortschaften Pützlohn, Langendorf und das Rittergut Hausen. Die Steine und die Inschrifttafeln wurden von Rheinbraun finanziert und aufgestellt.

12.6.1994 - Veranstaltung des 2. Familienwandertages mit Einweihung des Josefswegs am Blausteinsee.

Herbst 1994 - Aufstellung und Herrichtung der Bauhütte auf einer Feldecke in der Fronstraße, die bislang von Rheinbraun bewirtschaftet wurde.

Vorweihnachtszeit 1994 - Unterstützung bei der Neuschaffung der Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche St. Silvester Lohn.

16.7.1995 - erstmalige Durchführung der Radwanderung, die ab jetzt im Wechsel mit dem Familienwandertag alle zwei Jahre stattfinden soll.

27.10.1995 - auf dieser Mitgliederversammlung wurde festgelegt, wie die Gedächtniskapelle aussehen soll und wie die Grundstücksgestaltung aussehen könnte.

7.1.1996 - Einführung unseres neuen Pfarrers Achim Mertens, dem sich der Förderverein umgehend vorstellte.

16.6.1996 - Veranstaltung des 3. Familienwandertages erstmals unter einer Schirmherrschaft - Schirmherr: Bürgermeister Manfred Esser.

25.9.1996 - Mitteilung des Amtes für Agrarordnung, daß die Erschließung des Baugrundstücks über den Kapellenweg gesichert ist. Hiermit ist der ca. 330 m lange Weg zur Kapelle gemeint.7.12.1996 - Anfertigung der Bauzeichnung durch die Rheinbraun AG.

15.4.1997 - Bauvoranfrage an das Bauamt der Stadt Eschweiler wird positiv beschieden.

25.8.1997 - Treffen mit Vertretern des Bergamtes Düren, die über die vorzeitige Entlassung des Grundstücks und dessen Zuwegung aus der Bergaufsicht zu entscheiden haben.

ab 20.2.1998 - eine Woche lang Bergung von ca. 20.000 Feldbrandsteinen aus dem Abbruch einer Scheune in Altdorf.

5.5.1998 - Einweihung eines Gedenksteins für die ehemalige Fronhovener St.Josefs-Kirche.

17.5.1998 - Veranstaltung des 4. Familienwandertages mit Schirmherr Franz Wings.

22.5.1998 - Erhalt des Grundbuchauszugs über die Eigentumsübertragung des Baugrundstücks im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Warden-Niedermerz.

4.11.1998 - Unterzeichnung einer Planvereinbarung mit der Rheinbraun AG, in der der Förderverein im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Inden das Baugrundstück an historischer Stelle zugeteilt bekommt. Gleichzeitig wird hierin die Pflanzung der Lindenbäume zu beiden Seiten des Kapellenwegs festgeschrieben.

25.11.1998 - Beschlußfassung des Rates der Stadt Eschweiler, den Flächennutzungsplan für den Bau der Gedächtniskapelle zu ändern.

7.12.1998 - Erstellung eines Bodengutachtens als Grundlage zur Bewertung der unteren Bodenschichten am Baugrundstück der Kapelle.

10.6.1999 - Einweihung des 15 km langen Historischen Pfades, der rund um den Blausteinsee führt und an den Gedenksteinen der ehemaligen Orte Lürken, Langweiler, Laurenzberg, Obermerz und Langendorf vorbeiführt.

20.6.1999 - Umgestaltung des Hinweisschildes in der Feldflur östlich von Neu-Lohn zu einem Wegekreuz und Einweihung durch unseren Pastor Achim Mertens im Rahmen der Radwanderung des Fördervereins.

31.8.1999 - Bergung von Blausteinfenstereinfassungen vom Hof Laven in Altdorf. Diese Blausteine sollen bei der Fenstereinfassung der Kapelle verwendet werden.

24.9.1999 - Genehmigung der Änderung des oben genannten Flächennutzungsplans durch die Bezirksregierung Köln.

30.10.1999 - Wahl von August Braun und Franz Wings zum 1. bzw. 2. Vorsitzenden sowie Theo Lövenich zum 2. Schatzmeister und Matthias Sieger zum Beisitzer. Die anderen Vorstandsämter blieben unverändert. Josef Dickmeis, Bernhard Weinberg und Peter Lentzen scheiden aus dem Vorstand aus.

4.12.1999 - Mithilfe bei der Versetzung des Lürkener Kreuzes an seinen historischen Standort im Zuge der Realisierung des Historischen Pfades.

3.5.2000 - Übereignung einer Glocke durch Herrn Bürgermeister Manfred Halfenberg vom Rat der Gemeinde Inden. Diese Glocke stammt aus der ehemaligen Aufbewahrungshalle des alten Friedhofs Inden und soll in den Turm der Gedächtniskapelle eingebaut werden.

7.7.2000 - Wiedereinweihung der Bauhütte, die wegen Bebauung des alten Standorts versetzt werden mußte.

5.9.2000 - Beauftragung der Baustatik für den Bau der Kapelle.

26.3.2001 - Einreichen des Bauantrags an das Bauamt der Stadt Eschweiler zum Erhalt der Baugenehmigung.

4.5.2001 - Einweihung des Gedenkplatzes am Pützlohner Stein, der mit Unterstützung der Abfallwirtschaft Kreis und Stadt Aachen (AWA) von uns neu gestaltet wurde.

20.5.2001 - Veranstaltung des 5. Familienwandertages zum 10-jährigen Vereinsbestehen mit Schirmherr Rheinbraundirektor Arthur Oster.

25.9.2001 - Erhalt der Baugenehmigung durch die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Eschweiler.

6.11.2001 - Beginn der Bautätigkeiten mit dem Austausch des Bodens durch die RWE Rheinbraun AG.

17.11.2001 - Übernahme der Verkehrssicherungspflicht für die Zuwegung zum Kapellenbaugrundstück durch den Vereins für einen Monat.

1.12.2001 - Mit dem Betonieren der Betonbodenplatte werden die Arbeiten an der Kapelle im Jahr 2001 beendet.

2.4.2002 - Dienstag nach Ostern, Wiederaufnahme der Bauarbeiten mit dem Erstellen des Rohbaus.

17.5.2002 - Aufstellen des Dachstuhls und des Turms.

29.5.2002 - Richtfest.

29.6.2002 - Grundsteinlegung - genau 100 Jahre nach der Grundsteinlegung für die alte Kirche St. Silvester in Lohn im Jahr 1902.

27.11.2002 - Beendigung der Arbeiten für das Jahr 2002. Die Kapelle ist geschlossen – die Türen und Fenster sind montiert.

Januar 2003 - Wiederaufnahme der Bautätigkeiten mit dem Ausmalen der Kapelle.

4.4.2003 - Hochzeitsbaumpflanzung auf dem Kapellengrundstück.

25.5.2003 - Einsegnung der Gedächtniskapelle im Anschluss an einer Hl. Messe durch unseren Pastor Achim Mertens und Dechant Josef Wienand, unter großer Anteilnahme der Eschweiler Bevölkerung. 


Aus dieser Aufstellung ist zu ersehen, daß der Verein kontinuierlich und zielstrebig auf die Verwirklichung des Vereinszwecks - der Erstellung der Gedächtniskapelle - hingearbeitet hat. Es war ein nicht immer einfaches Arbeiten! Kaum jemand hätte gedacht, daß es ein so beschwerlicher Weg werden würde, diese einstmals auf einem Frühschoppenmorgen der Herbstkirmes gesponnene Idee - den Bau einer Gedächtniskapelle - zu verwirklichen. Wir hoffen nun, dass die Gedächtniskapelle von der Bevölkerung angenommen wird und zur Bereicherung des religiösen und kulturellen Lebens der Stadt Eschweiler wird.

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